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Mobilfunkanbieter fangen SMS-Inhalte ab (16.10.2015) Drucken E-Mail

 Nach Recherchen des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung (AK Vorrat) fangen Deutschlands Mobilfunkanbieter den Inhalt jeder versandten SMS-Kurznachricht ab und speichern ihn zur "Fehlererkennung" ab.[1] Laut Bundesdatenschutzbeauftragter ist "jedes Speichern dieser Inhalte unzul√§ssig". Die Aufsichtsbeh√∂rden sind seit Jahren informiert, haben die Praxis aber weder unterbunden noch die √Ėffentlichkeit informiert. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung warnt davor, den "unzuverl√§ssigen, illegal handelnden Telekommunikationsanbietern" mit der Vorratsdatenspeicherung noch weitaus mehr Daten anzuvertrauen. 

"Die systematischen, nachweislichen Verst√∂√üe der Telekommunikationsunternehmen gegen Datenschutzvorschriften entkr√§ften jedes Vertrauen, dass Vorratsdaten bei ihnen sicher aufgehoben sein k√∂nnten", erkl√§rt Kai-Uwe Steffens vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. "Wir haben schon erfahren m√ľssen, dass die TK-Branche massenhaft nicht zur Abrechnung erforderliche Daten √ľber unsere Kommunikation sammelt,[2] dass die Position unserer empfangsbereiten Handys st√§ndig aufgezeichnet wird[3] und dass selbst halbherzige und unzureichende L√∂schungsanordnungen der Aufsichtsbeh√∂rde von der Industrie jahrelang verschleppt oder beklagt werden[4]. Dass die Konzerne aber selbst vor dem Inhalt privater Kommunikation nicht Halt machen und die Datenschutzaufsicht jahrelang versagt, ist der Gipfel. Pers√∂nliche und gesch√§ftliche SMS gehen die Handyanbieter rein gar nichts an!

Mit der geplanten Vorratsdatenspeicherung die Datensammelei der Unternehmen noch zu vervielfachen, kann doch nicht der Ernst von SPD, CDU und CSU sein. Eine flächendeckende Vorratsdatenspeicherung bei diesen Telekommunikationsunternehmen schafft ein völlig unverantwortliches Risiko von Datenmissbrauch, Datenverlust und Datenklau. Das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung muss gestoppt werden!

Au√üerdem muss die Bundesregierung die Zust√§ndigkeit f√ľr die Durchsetzung des Telekommunikationsdatenschutzes endlich der zahnlosen Bundesnetzagentur entziehen und der unabh√§ngigen Bundesdatenschutzbeauftragten √ľbertragen."

Belege:

  1. Belege f√ľr die SMS-Speicherung
  2. Illegale Datensammlung - AK Vorrat zeigt sechs deutsche Telekommunikationsunternehmen an
  3. Bewegungsdatenspeicherung schon Realität
  4. Illegale Speicherung bei Unternehmen
 
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