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Wir speichern nicht - Weitere Informationen hier...

Stopp der flÀchendeckenden Vorratsdatenspeicherung nicht verzögern! (31.08.2018)

Nach dem Willen der Bundesregierung soll das Bundesverfassungsgericht den EuropĂ€ischen Gerichtshof zu einer Änderung seiner Rechtsprechung zur Vorratsdatenspeicherung bewegen. Dies geht aus einer Stellungnahme zu Verfassungsbeschwerden gegen das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung hervor, die unter anderem vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung und Digitalcourage initiiert wurden.[1] Dazu erklĂ€rt Werner HĂŒlsmann vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung:

 
"Das ist #Spahnsinn" - DatenschĂŒtzer kritisieren die PlĂ€ne von Gesundheitsminister Spahn (20.8.18)

Seit wenigen Tagen liegt ein Referentenentwurf des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) vor. DatenschĂŒtzer und Patienten sind alarmiert: "Bundesgesundheitsminister Spahn will eine auf zentralen Servern liegende ‚elektronische Patientenakte‘ mit Zugriff sowohl ĂŒber die Gesundheitskarte und ihre Telematikinfrastruktur, als auch ĂŒber das Internet." erklĂ€rt Dr. Silke LĂŒder vom BĂŒndnis "Stoppt die E-Card". "Das bedeutet eine gigantische Sammlung sensibler Daten auf einem zentralen Server - fĂŒr Datendiebe ein extrem attraktives Ziel mit hohem finanziellen Wert. Patienten, deren Daten dort gespeichert werden, werden quasi enteignet", ergĂ€nzt Dr. Elke Steven, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin von "Digitale Gesellschaft".

 
Neue BevollmĂ€chtigte fĂŒr Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung (21.08.2018)

Ende 2016 haben wir Verfassungsbeschwerde gegen das neue Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung eingereicht. Vor wenigen Wochen ist unser Anwalt Meinhard Starostik verstorben. Das hat uns sehr getroffen. Denn mit Meinhard haben wir nicht nur unseren Anwalt, sondern auch einen guten Freund verloren.

Wir haben eine neue rechtliche Vertretung organisiert. Mit Prof. Dr. Jan Dirk Roggenkamp und Prof. Dr. Frank Josef Braun haben wir zwei Juristen gefunden, die als Hochschullehrer fĂŒr Öffentliches Recht und Staatsrecht fachlich und standesrechtlich qualifiziert sind, unsere Vertretung vor dem Bundesverfassungsgericht zu ĂŒbernehmen. Beide sind Teil des rechtsphilosophischen Diskurses, bereits in der Materie bewandert und haben auch schon zu dem Thema veröffentlicht. Wir sind ĂŒberzeugt, dass die beiden Meinhards Verfassungsbeschwerde ganz in seinem Sinne gut durchkĂ€mpfen werden.

 
Nachruf auf Meinhard Starostik: Die OhnmÀchtigen gegen die MÀchtigen vertreten (12.06.2018)

 Am 12. Juni 2018 verstarb Meinhard Starostik, Rechtsanwalt und Verfassungsrichter des Landes Berlin, nach schwerer Krankheit im Alter von 68 Jahren.

Unser Freund und Mitstreiter Meinhard Starostik hat sich bis zum letztem Atemzug fĂŒr Grundrechte eingesetzt. Er war Verfassungsrichter des Landes Berlin und hat als Rechtsanwalt mehrere Verfassungsbeschwerden vor dem Bundesverfassungsgericht (z.B. 2010 und 2016 gegen die Vorratsdatenspeicherung, gegen die Bestandsdatenauskunft, gegen VideoĂŒberwachung, gegen ELENA) vertreten. So hat er das erste Gesetz zur verdachtslosen Vorratsdatenspeicherung zu Fall gebracht. Er ist gegen die Protokollierung des Surfverhaltens anhand von IP-Adressen und gegen die Geheimhaltung gerichtlicher SchriftsĂ€tze bis vor den EuropĂ€ischen Gerichtshof gezogen. Auch hat er sich fĂŒr die Rechte von Sexarbeiterinnen eingesetzt und mit der Verwertungsgesellschaft C3S eine Alternative zur Gema aufgebaut. JĂŒngst grĂŒndete er die pEp-Genossenschaft, die Werkzeuge fĂŒr einfache VerschlĂŒsselung unterstĂŒtzen soll.

 
Internetnutzer fordern Schutz vor Aufzeichnung des Surfverhaltens (05.06.2018)

 Deutschlands Datenschutzbehörden sollen ein "Verbot der Zwangsidentifizierung und der massenhaften Protokollierung des Surfverhaltens im Internet" aussprechen, fordert der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung in einem Offenen Brief an die Datenschutzkonferenz. Auch nach der neuen europĂ€ischen Datenschutz-Grundverordnung mĂŒssten Internetnutzer vor einer Vorratsspeicherung und Verfolgung der von ihnen abgerufenen Internetseiten durch Seitenbetreiber geschĂŒtzt bleiben. Denn sensible Daten ĂŒber die Internetnutzung könnten selbst höchste AmtstrĂ€ger erpressbar machen, warnt der Zusammenschluss von BĂŒrgerrechtlern, DatenschĂŒtzern und Internetnutzern.

 
Verfassungsgericht stellt EuroparechtskonformitÀt der Vorratsdatenspeicherung in Frage (15.1.2018)

 Das Bundesverfassungsgericht stellt in Frage, ob die verdachtslose Vorratsspeicherung sĂ€mtlicher Verbindungs- und Bewegungsdaten in Deutschland "mit den Anforderungen des europĂ€ischen Gerichtshofs ... vereinbar" ist. In einem erst jetzt bekannt gewordenen Hinweis vom 6. November[1] verweist das Gericht auf ein Urteil, mit dem der EuropĂ€ische Gerichtshof (EuGH) 2016 schwedische und britische Gesetze zur verdachtslosen Vorratsdatenspeicherung verworfen hat. Der EuGH beanstandete schon damals die Sammlung der Verbindungs- und Standortdaten auch von Personen, "bei denen keinerlei Anhaltspunkt dafĂŒr besteht, dass ihr Verhalten in einem auch nur mittelbaren oder entfernten Zusammenhang mit schweren Straftaten stehen könnte."[2]

 
Verfassungsbeschwerden gegen Vorratsspeicherung: Verfassungsgericht fordert Stellungnahme (8.1.2018)

 Die Bundesregierung soll bis MĂ€rz zu den Verfassungsbeschwerden gegen das Gesetz zur verdachtslosen Sammlung aller Verbindungs- und Standortdaten (Vorratsdatenspeicherung) Stellung nehmen. Dies hat das Bundesverfassungsgericht entschieden.

 
Danke! Vorratsdatenspeicherung ist nun einen Schritt nÀher am Abgrund (23.11.2017)

Viele Unterzeichner haben mitgeholfen, dass die Vorratsdatenspeicherung jetzt einen weiteren Schritt nÀher an ihrer politischen Abschaffung ist. Herzlichen Dank, dass Sie unseren Appell gegen die Vorratsdatenspeicherung an die Jamaika-Verhandlerinnen und -verhandler mit unterschrieben haben!

Erst kurz vor Ende der Jamaika-Sondierungen haben CDU und CSU schließlich dem Druck und den Argumenten nachgegeben. Das kaum Vorstellbare ist passiert: Die Union hat ihren sinnlosen Grabenkampf fĂŒr die Durchsetzung der Vorratsdatenspeicherung in den Jamaika-Sondierungen aufgegeben – das ist die neue, erkĂ€mpfte Sachlage! [1]

 
Werden Sie aktiv!

Das können Sie gegen die drohende Vorratsdatenspeicherung unternehmen:

 
5-Minuten-Info: Vorratsdatenspeicherung

Nach dem "Gesetz zur EinfĂŒhrung einer Speicherpflicht" von CDU, CSU und SPD soll spĂ€testens ab 1. Juli 2017 zehn Wochen lang nachvollziehbar sein, wer mit wem per Telefon oder Handy in Verbindung gestanden oder das Internet genutzt hat. Bei Handy-Telefonaten und SMS wird auch der jeweilige Standort des Benutzers festgehalten und vier Wochen lang gespeichert. In Verbindung mit anderen Daten wird auch die Internetnutzung nachvollziehbar.

 Mithilfe der ĂŒber die gesamte Bevölkerung gespeicherten Daten könnten Bewegungsprofile erstellt, geschĂ€ftliche Kontakte rekonstruiert und Freundschaftsbeziehungen identifiziert werden. Auch RĂŒckschlĂŒsse auf den Inhalt der Kommunikation, auf persönliche Interessen und die Lebenssituation der Kommunizierenden wĂŒrden möglich. Zugriff auf die Daten hĂ€tten Polizei, Staatsanwaltschaft und auslĂ€ndische Staaten, die sich davon eine verbesserte Strafverfolgung versprechen.

Bislang durften Telekommunikationsanbieter im Grundsatz nur die zur Abrechnung erforderlichen Verbindungsdaten speichern. Dazu gehörten Standortdaten und Internetkennungen nicht. Durch die Benutzung von Pauschaltarifen konnte eine Speicherung zudem weitgehend vermieden werden, was etwa fĂŒr Journalisten und Beratungsstellen wichtig sein kann. All diese Mechanismen zum Schutz sensibler Kontakte und AktivitĂ€ten vor Erfassung beseitigt die Vorratsdatenspeicherung.

Wo liegt das Problem?

Die Aufzeichnung von Informationen ĂŒber die Kommunikation, Bewegung und Mediennutzung jedes BĂŒrgers stellt die bislang grĂ¶ĂŸte Gefahr fĂŒr unser Recht auf ein selbstbestimmtes und privates Leben dar. Sie wird von 54% der BĂŒrger abgelehnt.

Unter der neu eingefĂŒhrten Vorratsdatenspeicherung werden wir alle leiden:

  • Vorratsdatenspeicherung verstĂ¶ĂŸt gegen das Menschenrecht auf PrivatsphĂ€re und informationelle Selbstbestimmung und widerspricht der europĂ€ischen Grundrechte-Charta.
  • Die Vorratsdatenspeicherung beeintrĂ€chtigt berufliche AktivitĂ€ten (z.B. in den Bereichen Medizin, Recht, Kirche) ebenso wie politische und unternehmerische AktivitĂ€ten, die Vertraulichkeit voraussetzen. Dadurch schadet sie letztlich unserer freiheitlichen Gesellschaft insgesamt.
  • Insbesondere der Quellenschutz von Journalisten ist gefĂ€hrdet, da ihre Quellen keinen Schutz vor dem Datenabruf genießen. Desweiteren kriminalisiert der ebenfalls neue Straftatbestand der "Datenhehlerei" die Arbeit von investigativen Journalisten und Bloggern.
  • Vorratsdatenspeicherung setzt Menschen dem Risiko des kriminellen Missbrauchs ihrer Daten aus – zum Beispiel durch IdentitĂ€tsdiebstahl oder Erpressung. Der Grund: Die Sicherheit solch riesiger Datenmengen kann nicht garantiert werden. Erst recht nicht nach dem NSA-Skandal.
  • Vorratsdatenspeicherung erhöht fĂŒr die Wirtschaft das Risiko von Industriespionage.
  • Nach den EnthĂŒllungen Edward Snowdens rechnen viele BĂŒrger damit, dass Geheimdienste oder andere Behörden die gespeicherten Daten mitlesen. Das schĂŒchtert ein und kann dazu fĂŒhren, dass Menschen nicht mehr politisch aktiv werden. Menschen können sich dazu genötigt sehen, ihre Meinung fĂŒr sich zu behalten, weil sie vermuten, dass ihnen sonst die Einreise in andere LĂ€nder, eine Arbeitsstelle oder anderes verweigert wird.
  • Die Vorratsdatenspeicherung verhindert Terrorismus oder KriminalitĂ€t nicht. Sie ist unnötig und kann von Kriminellen leicht umgangen werden.
  • Die Vorratsdatenspeicherung ist teuer und belastet Wirtschaft und Verbraucher.
  • Die Vorratsdatenspeicherung diskriminiert Nutzer von Telefon, Mobiltelefon und Internet gegenĂŒber anderen Kommunikationsformen, die weiterhin spurenlos genutzt werden können.
Siehe auch die kritischen Berichte der Fernsehmagazine Frontal 21, ZAPP (1, 2, 3) und nano (Videos).

Aktueller Stand

Das Gesetz zur WiedereinfĂŒhrung der Vorratsdatenspeicherung ist in Kraft. Nachdem das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen es 2017 als Verstoß gegen die EU-Grundrechtecharta bezeichnet hat, hat die Bundesnetzagentur erklĂ€rt, die Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung bis zum rechtskrĂ€ftigen Abschluss nicht durchzusetzen. Seither haben viele Telekommunikationsanbieter erklĂ€rt, auf die Umsetzung zu verzichten.

 

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